Dea Loher. Werkstattgespräch.

Eine moderierte Lesung mit Dea Loher am Theater Bremen, der Autorin von Fremdes Haus und Breitbach-Preisträgerin 2017.
Theater am Goetheplatz (Foyer)
Bremen, 18:00h – Eintritt 5 Euro

Kleines Haus

Fremdes Haus
von Dea Loher
19:30 Uhr Einführung 20:00h Vorstellung

Dea Loher wurde am 22. September in Koblenz mit dem Breitbach-Preis ausgezeichnet.

Am 20. Oktober 2017 um 19.00h wird sie in der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz vorgestellt. Die Vizepräsidentin der Mainzer Akademie, Ursula Krechel, begrüßt, danach folgen eine Lesung und ein Gespräch von Dea Loher mit Katja Lange-Müller. Eintritt frei.

Donnerstag, 21. September 2017

Dea Loher mit Theaterintendant Markus Dietze und den Schauspielern Tatjana Hölbing und Reinhard Riecke
Buchhandlung Reuffel
Obere Löhrstraße 92
56068 Koblenz
20.00 Uhr – Eintritt frei – Anmeldungen unter Tel. 800/73 83 35

Freitag, 22. September 2017

Stadttheater Koblenz – 18.00 Uhr
Verleihung des Joseph-Breitbach-Preises an Dea Loher
Es begrüßen:
PD Dr. Margit Theis-Scholz, Beigeordnete der Stadt Koblenz
Staatsminister Prof. Dr. Konrad Wolf, Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz
Dr. Peter Ritter, Präsident der Stiftung Joseph Breitbach
Laudatio: Katja Lange-Müller

23. September 2017

Stadttheater Koblenz – 20.00 Uhr
Premiere von Magazin des Glücks – Szenen von Dea Loher

Ehrenbreitstein und Joseph Breitbach

Ehrenbreitstein – Café Blanckart

Wann immer Joseph Breitbach einen Besuch in Ehrenbreitstein machte: Nie ließ er die Gelegenheit aus, das Café Blanckart in der Hofstraße zu besuchen. Seine unter dem Titel Koblenz erschienenen Erinnerungen an seine Jugend in Ehrenbreitstein widmete er Loni Blanckart. Es ist an der Zeit, diese Erinnerungen zu ergänzen. Möglich ist das nur, wenn sich Briefe, Fotos und andere Dokumente und Informationen zu Breitbach, seiner Familie und seinen Freunden und Bekannten ausfindig machen lassen, wenn Ehrenbreitsteiner oder frühere Ehrenbreitsteiner bereit sind, ihre eigenen Erinnerungen an Breitbach mitzuteilen. Die Nichte von Loni Blanckart, Isabell Wangelin-Höher, hat sich freundlicherweise bereit erklärt, entsprechende Hinweise entgegenzunehmen. Telefon: 0176/83386563. Sie und ihre Familie sind schon mit gutem Beispiel vorangegangen. So fanden sich in den privaten Fotoalben u.a. Bilder von Clemens, dem Titelhelden von Breitbachs verloren gegangenem Roman. Dazu kommen andere Fotos und die Erzählungen von Loni Blanckart. Dokumente können eingescannt und umgehend zurückgegeben werden.

Ehrenbreitstein – Mutter-Beethoven-Haus

Am 13. November gab es dort einen überaus gelungenen Breitbach-Abend mit Lesungen aus seinem Werk, mit großer Kenntnis und Raffinement zusammengestellt von Frau van Aswegen und gekonnt vorgetragen von Margarete Ries, Hein Mecker und Frau Arnold. Hinterher erfuhr ich in der Weinstube Metzinger von Herrn Dr. Kneis, dass die Familie Dasseldorf in Breitbachs Roman in weiten Teilen mit der Familie Grisar, Fabrikanten von Militäreffecten, übereinstimmt. Wenn die Herausgeber der Werkausgabe das früher gewusst hätten, hätten sie diesen Hinweis in die 2. Auflage der Dasseldorf und des Materialbandes aufnehmen können. Nach allem, was wir heute von Breitbach wissen, hat er die Charaktere seiner Bücher in seiner unmittelbaren Umgebung gesucht und gefunden. Bleibt die Frage: Wer steckt hinter Susanne Dasseldorf, der Titelheldin?

Briefband – Breitbach 2017

Die Herausgeber der Breitbach-Werkausgabe, Alexandra Plettenberg-Serban und Wolfgang Mettmann, haben in den letzten drei Jahren den Briefwechsel zwischen Joseph Breitbach und Jean Schlumberger ins Deutsche übersetzt. Diese Briefe erscheinen mit ausführlichen Kommentaren im Frühjahr 2017 im Verlag Matthes & Seitz. Hier lässt sich ein bisher unbekannter Joseph Breitbach entdecken.

Moskau – Archiv

Die Pariser Wohnung und der Banksafe Breitbachs wurden 1941 von den Nazis ausgeraubt. Seine Briefe, Manuskripte und Mobiliar wurden wie der Besitz anderer Verfolgter nach Schlesien transportiert. Die Rote Armee übernahm diese Dokumente und brachte sie nach Moskau. Zwei Ordner aus Breitbachs Besitz befinden sich seitdem im Zentrum für die Aufbewahrung historisch dokumentarischer Sammlungen (ZDM MO) in Moskau. Die Stiftung Joseph Breitbach hat jemanden gefunden, der derzeit in Moskau ist und versucht, Kopien dieser Dokumente zu erhalten und nach Deutschland zu bringen.

Koblenz – Landeshauptarchiv

Dort liegt in der Korrespondenz von Hermann Alexander Weber als einzige Post von Joseph Breitbach eine Ansichtkarte aus Le Mourillon, ein Ort in der Nähe von Toulon. Breitbach schreibt, dass er seit Ostern 1929 „dort unten“ lebe. Mit diesem Dokument lässt sich zum ersten Mal mit einem genauen Datum belegen, wann Breitbach nach Südfrankreich gegangen ist. Ab Mitte Januar 1929 hat Breitbach in Berlin als Lektor im Neuen Deutschen Verlag gearbeitet, der zum Medien-Imperium des KPD-Führers Willi Münzenberg gehörte. Dass Breitbach diese Tätigkeit schon Anfang März [Brief an die Ehrenbreitsteinerin Elena Gottschalk vom 3. März 1929] wieder aufgegeben hat und Ende März 1929 nach Südfrankreich abgereist ist, sollte dem Datum seines Bruchs mit dem Kommunismus entsprechen. Noch am 13. August 1928 schrieb Breitbach aus Augsburg: „… die kommunistische Elite Augsburgs hielt ihre Versammlungen an meinem Bett ab.“

Wenn Sie Fragen oder Hinweise zu Joseph Breitbach haben, können Sie mich gern über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Telefon 0 80 52/52 72 erreichen.

 

AKTUELLE MELDUNGEN

BREITBACH-PREISTRÄGER 2017:

Die Jury trifft sich am 18. Februar 2017 in der Mainzer Akademie zu ihrer ersten Sitzung.

BREITBACH-PREISTRÄGER 2016:

Die Jury trifft sich am 23. April 2016 in der Mainzer Akademie und wird den Preisträger 2016 bestimmen.

 

Wir gratulieren!

Thomas Lehr

zum Literaturpreis der Stadt Bremen 2018 für Schlafende Sonne

Robert Menasse

zum Deutschen Buchpreis 2017 für Hauptstadt

Navid Kermani

Breitbach-Preisträger 2014, wird am 27. November mit den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Robert Menasse

Breitbach-Preisträger 2002, hat den Deutschen Buchpreis 2017 für seinen Roman Die Hauptstadt erhalten.

Marcel Beyer

zum Georg-Büchner-Preis 2016

Jenny Erpenbeck

zum Walter-Hasenclever-Literaturpreis und zum Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Seit 2015 ist Jenny Erpenbeck Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz

Christoph Meckel

zum Hölty-Preis der Landeshauptstadt und der Sparkasse Hannover für sein lyrisches Lebenswerk

Thomas Lehr

ist 2016 zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz gewählt worden.

 

IN PLANUNG

Die Herausgeber der Breitbach-Werkausgabe Alexandra Plettenberg-Serban und Wolfgang Mettmann bereiten zurzeit eine Veröffentlichung der Korrespondenz Joseph Breitbachs mit Jean Schlumberger vor. Der Band wird bei Matthes & Seitz im Frühjahr 2017 erscheinen.

 

BREITBACH-PREISTRÄGER 2015:

NAVID KERMANI, Breitbach-Preisträger 2014, erwird am 18. Oktober in Frankfurt/Main mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Die Laudatio hält NORBERT MILLER, Mitglied der Jury des Breitbach-Preises.

WOLF LEPENIES, Breitbach-Preisträger 2006, hatte den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2006 erhalten.

NAVID KERMANI:
Am 9. September präsentiert er auf dem 15. Internationalen Literaturfestival in Berlin (9. bis 19. September) sein neues Buch über das Christentum: Ungläubiges Staunen.

JENNY ERPENBECK, Breitbach-Preisträgerin 2013, wird 2015 als erste deutsche Autorin mit dem Independent Foreign Fiction Prize ausgezeichnet. 2002 hatte W.G. Sebald, Breitbach-Preisträger 2000, diesen Preis erhalten.

JENNY ERPENBECK:
Am 17. September um 19.30h stellt sie ihren neuen Roman Gehen, ging, gegangen auf dem 15. Internationalen Literaturfestival in Berlin (9. bis19. September) vor. Am 17. Oktober tritt sie während der Frankfurter Buchmesse im Rahmen von Brigitte Live im Lesezelt auf.

THOMAS LEHR IM KANZLERAMT:
„16 Stimmen, 16 Länder.“ Auf Einladung von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) lasen am. 30. September 16 Autoren aus den 16 Bundesländern im Kanzleramt. Für das Land Rheinland-Pfalz war Thomas Lehr eingeladen.

 

BREITBACH: DIE BIBLIOTHEK

Nach dem Tod von Joseph Breitbach im Mai 1980 ging der weitaus größte Teil seiner Pariser Bibliothek an Elmar und Erika Tophoven. Das Übersetzerehepaar war seit Anfang der 1950er-Jahre mit Breitbach befreundet, und Herrn Tophoven war es 1980 nach vielen Jahren Überzeugungsarbeit gelungen, in seiner Heimatstadt Straelen am Niederrhein das 1. Europäische Übersetzer-Kollegium zu gründen. Ein internationales Zentrum für Übersetzer zu schaffen, war der Traum von Elmar Tophoven, der sich erfüllt hatte. Breitbachs-Bibliothek mit französischer und deutscher Literatur hätte die Basis für dieses Übersetzer-Kollegium werden können. Es kam anders. Elmar Tophoven wurde aus der von ihm ins Leben gerufenen Institution hinausgedrängt, andere Interessen machten sich ans Werk und die verdrängten die Breitbach-Bibliothek, soweit sie überhaupt aufgestellt worden war, aus den Regalen. Die Bücher wanderten zurück in die Kartons und lagerten in Straelener Kellerräumen. Seit 1989, nach dem Tod von Elmar Tophoven, der Beckett, Robbe-Grillet, Nathalie Saraute und andere Autoren von Weltrang ins Deutsche übersetzt hatte, hat Frau Tophoven immer wieder versucht, die Breitbach-Bibliothek ihrer Bestimmung zuzuführen, ohne jeden Erfolg. 2012 wurde sie aufgefordert, die gesamte Bibliothek zurückzunehmen. Als Frau Tophoven mich fragte, ob ich bei der Suche nach einer verlässlichen Bleibe für Breitbachs Bibliothek helfen könnte, wandte ich mich an die Stadt Koblenz, der Heimatstadt Breitbachs. Als Antwort kam der Vorschlag, die Bücher im heutigen Rhein-Museum unterzubringen. Das hatte einen gewissen Charme: In diesem Haus wurde Breitbach 1903 als Sohn des Rektors der damaligen Volksschule geboren. Aber der Gedanke schien nur längerfristig umsetzbar, und es fehlte die Unterstützung. Ein anderer Ansatz, die Bibliothek in verschiedenen Koblenzer Archiven unterzubringen, hat keinen der Beteiligten überzeugt. Im Sommer 2015 hat das Deutsche Literatur-Archiv Marbach die seit 1980 in Kartons verpackte Breitbach-Bibliothek in Straelen abgeholt und wird sie in Marbach aufstellen und nutzen. Wolfgang Mettmann